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Kinderyoga für Kinder: Bewegen, spüren und bei sich ankommen

Autorenbild: Janet Daglioglu
Janet Daglioglu
29. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Okt.

Willkommen zu einer neuen Blogreihe bei Glückskinder.

Bewegung, Naturerfahrungen, freies Spiel und echte Entwicklungsräume spielen in meiner pädagogischen Arbeit eine wichtige Rolle. Mit dem Kinderyoga möchte ich einen weiteren Bereich aufgreifen, der wunderbar zu meiner Vorstellung einer ganzheitlichen Begleitung von Kindern passt.

Ich habe meine Ausbildung zur Yogalehrerin für Kinder absolviert und möchte euch in dieser Blogreihe Schritt für Schritt mit in diese besondere Welt nehmen.

Doch was bedeutet Yoga für Kinder eigentlich?


Was ist Kinderyoga?

Viele Menschen denken bei Yoga zunächst an bestimmte Körperhaltungen, Beweglichkeit oder komplizierte Übungen.

Doch Yoga ist viel mehr.

Bewegung und Körperhaltungen können ebenso dazugehören wie Atmung, Körperwahrnehmung, Entspannung, Konzentration und Achtsamkeit.

Gerade beim Kinderyoga ist mir eines besonders wichtig:

Yoga ist kein Wettbewerb.

Ein Kind muss weder besonders sportlich noch besonders beweglich sein. Es darf ausprobieren, entdecken, lachen, wackeln, eine Pause machen oder einfach einmal nur beobachten.


Warum Yoga für Kinder?

Kinder erleben jeden Tag unglaublich viel.

Geräusche, Bewegung, Begegnungen und Gefühle gehören zu ihrem Alltag. Gleichzeitig lernen sie Stück für Stück, ihren eigenen Körper und ihre Emotionen besser wahrzunehmen.

Bin ich gerade aufgeregt?

Bin ich müde?

Brauche ich Bewegung oder Ruhe?

Wie fühlt sich mein Körper eigentlich an?

Kinderyoga kann einen spielerischen Raum schaffen, in dem Kinder genau solche Erfahrungen machen dürfen.

Eine Yogastunde für Kinder sieht deshalb häufig ganz anders aus als Yoga für Erwachsene.

Wir können uns in einen starken Löwen verwandeln, uns wie eine Katze strecken, wie ein Schmetterling bewegen oder versuchen, wie ein Baum zu stehen.

Aus einzelnen Bewegungen entstehen kleine Geschichten, Fantasiereisen und Yogaabenteuer.


Was kann Kinderyoga fördern?

Körperwahrnehmung und Bewegung

Kinder lernen ihren eigenen Körper immer besser kennen. Gleichgewicht, Koordination, Beweglichkeit und die bewusste Wahrnehmung des Körpers können dabei spielerisch angesprochen werden.


Konzentration und Aufmerksamkeit

Für einen kurzen Moment bei einer Bewegung, einem Geräusch oder einer kleinen Aufgabe zu bleiben, kann eine wertvolle Erfahrung sein.

Aufmerksamkeit muss dabei nicht immer bedeuten, stillzusitzen. Sie kann genauso gut während der Bewegung entstehen.


Selbstvertrauen

Beim Yoga gibt es nicht die eine perfekte Lösung.

Kinder dürfen ausprobieren und erfahren:

Ich kann etwas versuchen. Ich darf Fehler machen. Ich kann etwas schaffen, auch wenn es nicht sofort funktioniert.


Entspannung und Regeneration

Kinder brauchen Bewegung. Gleichzeitig brauchen sie aber auch Momente, in denen Körper und Kopf wieder zur Ruhe kommen dürfen.

Kleine Ruhephasen, Atemspiele und Fantasiereisen können Kindern helfen, den Wechsel zwischen Aktivität und Entspannung kennenzulernen.


Gefühle wahrnehmen

Yoga und Achtsamkeit können Kindern Möglichkeiten geben, sich selbst bewusster wahrzunehmen.

Gefühle müssen dabei nicht einfach verschwinden. Kinder dürfen sie zunächst wahrnehmen und nach und nach unterschiedliche Wege kennenlernen, mit ihnen umzugehen.


Miteinander und Rücksichtnahme

Auch das gemeinsame Erleben spielt eine Rolle.

Kinder können lernen, aufeinander zu achten, zuzuhören, anderen Raum zu geben und gleichzeitig ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen.


Kinderyoga soll vor allem Freude machen

Kinderyoga soll keinen zusätzlichen Leistungsdruck erzeugen.

Ein Kind muss keine Übung perfekt ausführen. Es muss nicht besonders lange stillhalten und auch nicht jede Bewegung mitmachen.

Jedes Kind darf Yoga auf seine eigene Art entdecken.

Spielerisch, neugierig, mit Fantasie und im eigenen Tempo.

Ich darf mich bewegen. Ich darf mich ausruhen. Ich darf fühlen. Ich darf ich sein.


Unsere Reise beginnt

Mit diesem ersten Beitrag möchte ich die Tür zum Thema Kinderyoga öffnen.

In den nächsten Teilen der Blogreihe gehen wir gemeinsam Schritt für Schritt weiter:


Teil 2: Kinderyoga in der Praxis mit spielerischen Yogaabenteuern, Tierbewegungen und kleinen Bewegungsgeschichten.


Teil 3: Atmung und Atemspiele und wie Kinder ihren Atem spielerisch entdecken können.


Teil 4: Entspannung und Achtsamkeit und wie Kinder Ruhe kennenlernen können, ohne dass

Stillsitzen zur Pflicht wird.


Teil 5: Gefühle und Selbstregulation mit Möglichkeiten, sich selbst wahrzunehmen und Selbstvertrauen zu entwickeln.


Teil 6: Yoga, Natur und Achtsamkeit. Den Wind spüren, barfuß den Boden wahrnehmen, lauschen, beobachten und die Verbindung zur Natur erleben.

Vielleicht liegt genau darin eine der schönsten Verbindungen zwischen Naturpädagogik und Yoga:

Nicht immer mehr erleben zu müssen, sondern manchmal einfach bewusst wahrzunehmen, was gerade da ist.


Fortsetzung folgt.

Im nächsten Teil geht es um Kinderyoga in der Praxis und darum, wie aus Katze, Löwe, Baum und Schmetterling kleine Yogaabenteuer entstehen können.



Glückskinder bei Wurzel & Wiese,

Eure Kindertagespflege in Worms


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